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Carport Baugenehmigung: Ab wann und welcher Größe ist eine Genehmigung notwendig?

Du spielst mit dem Gedanken, dein Zuhause mit einem praktischen Carport zu ergänzen, bist dir aber unsicher über die rechtlichen Aspekte und die benötigte Baugenehmigung? Keine Sorge, du bist nicht allein! In diesem Artikel werden wir dir alle wichtigen Informationen liefern, die du benötigst, um sicherzustellen, dass dein Carport-Projekt reibungslos verläuft und den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Ob Auto, Roller oder Fahrrad – unter einem Carport bzw. Doppelcarport bleiben die Fahrzeuge auch bei Regen oder Schnee trocken und gut geschützt. Jedoch brauchst du für deinen Carport in vielen Fällen eine Baugenehmigung. Wir geben Tipps, wie du am besten deinen Bauantrag vorbereitest, welche Richtlinien du bei der Baugenehmigung beachten musst und wo keine Genehmigung gebraucht wird.

Richtlinien für die Carport-Baugenehmigung: Wann brauche ich eine Genehmigung?

1.  Das Landesrecht verstehen: die Landesbauordnung

Die schlechte Nachricht vorweg: Die Antwort auf die Frage, ob du eine Baugenehmigung brauchst oder nicht, ist nicht ganz einfach. Beim Carport-Baurecht gelten sowohl das Landesrecht als auch die Vorschriften von Städten und Kommunen, meist handelt es sich dabei um den sogenannten Bebauungsplan.

Unser Bauantragsservice

Du brauchst eine Genehmigung? Doch du hast keine Zeit für Papierkrieg oder kennst dich schlichtweg nicht aus? Kein Problem! Unsere Expertinnen und Experten stellen dir alle nötigen Unterlagen zusammen. Du musst den fertigen Antrag dann nur noch bei deiner Behörde einreichen. 

Ab welcher Größe braucht dein Carport eine Baugenehmigung?

Das Baurecht wird in jedem Bundesland in spezifischen Landesbauordnungen festgelegt. In Abhängigkeit von der Größe und dem geplanten Standort kann in jedem Bundesland der Bau eines Carports unter folgenden Bedingungen genehmigungsfrei sein:

Bundesland (Stand: März 2019) Verfahrensfreiheit besteht:
Baden-Württemberg 50 Abs. 1 LBO Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich
Bayern Art. 57 Abs. 1 Nr. 1b BayBO Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer Fläche bis zu 50 m², außer im Außenbereich
Berlin § 62 BauOBln Garagen, überdachte Stellplätze sowie deren Abstellräume mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m je Wand und einer Brutto-Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich
Brandenburg § 55 der BbgBO oberirdische Garagen mit nicht mehr als einem Geschoss und nicht mehr als 150 m² Grundfläche
Bremen § 61 BremLBO Garagen, einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe und einer Bruttogrundfläche bis zu insgesamt 50 m² je Baugrundstück, außer im Außenbereich
Hamburg § 60 HBauO eine Garage mit einer Wandhöhe bis zu 3 m und einer Bruttogrundfläche bis zu 50 m² je zugehörigem Hauptgebäude, außer im Außenbereich
Hessen § 55 HBO 1.2 Garagen einschließlich Abstellraum, Gebäude zum Abstellen von Fahrrädern, Kinderwagen und Hilfsfahrzeugen bis 50 m² Grundfläche, einschließlich Zufahrten mit nicht mehr als 200 m² Grundfläche...
Mecklenburg-Vorpommern § 61 LBauO M-V Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Brutto-Grundfläche bis zu 30 m2, außer im Außenbereich
Niedersachsen zu § 60 Abs. 1 NBauO bis zu zwei Garagen, auch mit Abstellraum, mit jeweils nicht mehr als 30 m² Grundfläche auf einem Baugrundstück sowie deren Zufahrten, außer im Außenbereich, Garagen mit notwendigen Einstellplätzen jedoch nur, wenn die Errichtung oder Änderung der Einstellplätze genehmigt oder nach § 62 genehmigungsfrei ist
Nordrhein-Westfalen § 62 BauO NRW bis zu zwei Garagen, auch mit Abstellraum, mit jeweils nicht mehr als 30 m² Grundfläche auf einem Baugrundstück sowie deren Zufahrten, außer im Außenbereich, Garagen mit notwendigen Einstellplätzen jedoch nur, wenn die Errichtung oder Änderung der Einstellplätze genehmigt oder nach § 62 genehmigungsfrei ist
Rheinland-Pfalz § 62 LBauO Garagen und überdachte Stellplätze bis zu 50 m² Grundfläche und einer mittleren Wandhöhe der Außenwände von jeweils nicht mehr als 3,20 m, bei Wänden mit Giebeln einer Firsthöhe von nicht mehr als 4 m; außer im Außenbereich sowie in der Umgebung von Kultur- und Naturdenkmälern
Saarland § 61 LBO Garagen einschließlich Abstellraum mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und bis zu 36 m² Bruttogrundfläche
Sachsen § 61 SächsBO Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Brutto-Grundfläche bis zu 50 m² je Grundstück, außer im Außenbereich
Sachsen-Anhalt § 60 BauO LSA Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Grundfläche bis zu 50 m², außer im Außenbereich, auch soweit sie nachfolgend von der Genehmigungsfreiheit ausgenommen sind
Schleswig-Holstein § 60 BauO S-H notwendige Garagen mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 2,75 m
Thüringen § 60 ThürBO Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und mit einer Brutto-Grundfläche bis zu 40 m2, außer im Außenbereich

(Bei Angaben, in denen nur Garagen genannt werden, ist laut Verordnung Garage mit überdachten Stellplätzen gleichzusetzen.)

Die Verfahrensfreiheit gilt nur, wenn

  • Abstände zum Eigen- und zum Nachbargrundstück der jeweiligen Regelung entsprechen

  • Brandschutzvorschriften berücksichtigt wurden

  • Die Wandhöhen nicht den Grenzwert überschreiten

  • Eventuelle Denkmalschutz- und die Umweltschutzregelungen geachtet werden

Bei allen Bundesländern musst du möglicherweise zur Ermittlung einer mittleren Wandhöhe noch in den jeweiligen Landesbauverordnungen nachlesen, bis zu welcher Höhe du deinen Carport frei errichten darfst. Dort gelten nochmals verschiedene Sonderregelungen.

Unser Tipp: Am besten fragst du bei deinem zuständigen Bauamt nach. Hier kann man dir auch bei Fragen rund um den Antrag und bei Sonderfällen weiterhelfen. Vor allem für erweiterte Regelungen innerhalb von Kommunen und Gemeinden lohnt sich eine Beratung. Hier existieren nochmal eine Vielzahl an Vorschriften und Bebauungsplänen, die genau vorgeben, was auf welchem Grundstück wie gebaut werden darf.

2.  Das kommunale Recht beachten: der Bebauungsplan

In einem Bebauungsplan werden individuell von den Kommunen die Vorschriften und Regelungen für Bauten festgelegt, entsprechend auch die Zulässigkeit von Carports, Garagen oder Stellplätze. Damit steuern die Kommunen die städtebauliche Ordnung sowie die bauliche und sonstige Nutzung von Grundstücken. Oft ist der Bau im Vorgarten, zwischen Straße und Hauskante nicht zulässig. Im Bebauungsplan werden für deinen Carport gelegentlich festgelegt:

  • der vorgesehene Standort für Stellplätze

  • eine bestimmte Dachneigung oder Dacheindeckungsmaterialien (z. B. Begrünung)

Sollte es für deine Gemeinde keinen Bebauungsplan geben, musst du dich nur nach den bundesweiten gesetzlichen Vorschriften für den Bau von Carports im Innen- und Außenbereich richten, also an die jeweiligen Landesbauordnungen. Allgemein gilt, dass sich ein Carport immer in die Umgebung einfügen sollte. Den Bebauungsplan deiner Kommune findest du bei deinem zuständigen Bauamt.

3.  Nachbarrecht: Eine Genehmigung vom Nachbarn

Oftmals scheitert der Bau des eigenen Carports aber weniger an den kommunalen oder landesrechtlichen Vorschriften oder dem Bauantrag, sondern vielmehr an Streitereien mit dem Nachbarn. Denn auch dein Nachbar hat eigene Rechtefestgelegt in der Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke BauNVO. Bevor es deshalb zu Auseinandersetzungen kommt, solltest du dich vorher über seine und deine Rechte informieren.

Falls bei Abweichungen von der Bauordnung eine nachbarliche Zustimmung notwendig wird, ist dies nicht überall formlos möglich, sondern muss je nach Bundesland auch beurkundet und im „Baulastenverzeichnis“ eingetragen werden. Die jeweiligen Bestimmungen zur Grenzbebauung findest du in der Landesbauordnung und in den Richtlinien des Bauordnungsamts unter dem Paragrafen für Abstandsflächen. Die deinem Bundesland entsprechende Bauordnung ist in der obigen Tabelle verlinkt.

Am besten bei grenznahen Bauvorhaben ist jedoch meistens: Sprich dich vorher mit deinen Nachbarn ab.

Checkliste: Bauantrag für Carport

Wenn dein gewünschter Carport nicht unter die verfahrensfreien Regeln fällt, ist ein Bauantrag unumgänglich. Für einen unterschriftsreifen und vollständigen Bauantrag benötigst du:

  • Eine Bauzeichnung (Maßstab 1:100)

  • Einen Auszug aus dem Liegenschaftskataster

  • Evtl. den Standsicherheitsnachweis (Statik)

Den Bauantrag mit sämtlichen vorgeschriebenen ausgefüllten Formularen samt Lageplan erarbeitet dir dann ein qualifizierter Entwurfsverfasser (Bauingenieur, Architekt) mit einer Bauvorlageberechtigung für dein Bundesland.

Baugenehmigung für Wohnmobil-Carport

Immer mehr Menschen erfüllen sich den Traum, ihr Zuhause immer dabei zu haben und entscheiden sich für ein Wohnmobil. Um so einem großen Gefährt auch einen anständigen Stellplatz zu geben, bauen viele zusätzlich einen Wohnmobil-Carport, damit das Fahrzeug auch außerhalb der Saison geschützt ist.

Grundsätzlich unterscheiden sich Carports für Wohnmobile und klassische Einzelcarports für Autos nur in den Maßen. Während normale Carports eine Grundfläche von 10 bis 20 m² haben, können Wohnmobil-Carports schon mal die doppelte Fläche einnehmen. Dies begünstigt vor allem das Be- und Entladen vor bzw. nach großen Trips: nach allen Seiten ist genügend Platz, um das Fahrzeug ohne Probleme und Einschränkungen bepacken zu können. 

Für die Baugenehmigung ist, wie oben schon beschrieben, vor allem die Außenhöhe ausschlaggebend. Da Wohnmobile meist selbst schon recht hoch sind, benötigst du auch große Carports, die dann häufig auch die „kritische“ Grenze von 3 Metern übertreffen und somit eine Baugenehmigung brauchen.

Gerade bei solchen großen Bauwerken solltest du vorab auch mit deinen Nachbarn sprechen. Ein Wohnmobil-Carport bringt an sonnigen Tagen auch eine Menge Schatten mit sich, der dann auf die Terrasse fallen kann, wo sich deine Nachbarn sonnen. Also besprich deinen Plan vorab mit anliegenden Personen, um etwaige Probleme im Vorfeld zu vermeiden.

Einen aktuellen Auszug aus dem Liegenschaftskataster bekommst du vom Katasteramt. Wie das genaue Bauantrags- oder Bauanzeigeverfahren anschließend abläuft, ist von der jeweiligen Kommune und Baubehörde abhängig. Erkundige dich deshalb vor dem Einreichen des Bauantrags bei dem Bauverwaltungsamt deines Kreises. Plane dir allerdings auf jeden Fall einige Wochen Vorlaufzeit mit ein, da es bei den Bauämtern durchaus etwas länger dauern kann, bis dein Antrag abschließend bearbeitet werden kann.

In unserer großen Auswahl an Carports wirst du bestimmt auch deinen Traum-Carport finden. Auch für Liebhaber von Carports aus Aluminium ist etwas dabei!

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[1] Die mittlere Wandhöhe wird in den jeweiligen Landesordnungen festgelegt.

[2] Außenbereich: Unter den Außenbereich fallen alle Grundstücke, die nicht im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplans liegen und die auch nicht zu einem im Zusammenhang bebauten Ortsteil (unbeplanter Innenbereich) gehören. Ein Bebauungsplan regelt die Art und Weise der möglichen Bebauung von parzellierten Grundstücken und die Nutzung der in diesem Zusammenhang stehenden von einer Bebauung frei zu haltenden Flächen.

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Titelbild: ©iStock/Stadtratte,
Beitragsbilder: Bild 2: ©„Berlin-Alt-Treptow Karte“ von Alexrk2 – own work, Lizenziert unter CC BY-SA 3.0; Bild 3: ©iStock/AndreyPopov